Trauergedichte

                   Zwei Arten von Trauer

 

     Ich kenne sie beide -

   Die Stille Trauer, die nur schweigt.

   Die verborgene Trauer, die sich nie zeigt.

   Die langsame Träne, die kein Make-up verwischt.

   Die leise Träne, die schnell erlischt.

 

     Aber auch

   Die laute Trauer, von Verzweiflung genährt.

   Die wilde Trauer, von Wut verzehrt.

   Die schreiende Träne, die gehört werden will.

   Und die brennenden Tränen, davon zu viel.

 

     Wie verschiedene Freunde

     Zu verschiedenen Zeiten

     Brauch ich sie beide

     Um bei Sinnen zu bleiben.

 

     (6. Februar 2009)

 

 








































 

 

 

Herz

 

Mama,

Dein Herz schlägt – ich weiß nicht, wo

Es schlägt mal schnell – weiß nicht, warum

Dann wieder langsam – weiß nicht, wieso

Es fühlt und hüpft – weiß nur nicht, wie

Und gibt Lebenstakt – ich weiß nicht, wem

Es bleibt wohl stehn – ich weiß nicht, wann

Und einer muss gehn – ich weiß nicht, wer

 

Wie kann dein Herz schlagen,

wenn es dich nicht mehr gibt?

Und wie kann ich wissen,

dass es mich nicht mehr liebt?

 

(6. Februar 2009)

          über – wunden

 

Möchte über wunden schreiben,

Wunden, die sich ziehen,

Durch mein leben, meine zeit,

Wunden, die mich rückwärts treiben.

 

Verletzungen am körper heilen früh;

Wunden werden narben dann,

Die ab und an noch jucken;

Wunden solcher art – schnell verschwinden sie.

 

Dann seh ich – wenn erinnerung mich rief –

Wunden an der seele, über jene

Möchte 'überwunden' schreiben ich, doch

Wunden jener art sitzen zu tief.

 

(2. Oktober 2009)

 

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